Erinnerungspolitk
Die von systematischen Morden an unschuldigen Menschen geprägten Geschichten, mit denen ich aufgewachsen bin, haben mein Weltbild tiefgreifend beeinflusst und mich zu einer entschiedenen Antifaschistin geformt. Mir ist die Erinnerungspolitik besonders wichtig. Ich empfinde es als meine moralische Pflicht, denjenigen, die unsägliches Leid erfahren mussten oder in Familien aufgewachsen sind, die von Traumata gezeichnet sind, meinen Respekt zu zollen, ihnen zuzuhören und ihr schweres Schicksal anzuerkennen. Die deutsche Geschichte lehrt uns, dass wir verpflichtet sind, dafür zu sorgen, dass in unserer Gesellschaft nie wieder menschliches Leben in Kategorien von höherem oder geringerem Wert eingeteilt wird. Dies beinhaltet auch die Verpflichtung, sich gegen jede Form von Diskriminierung zu stellen und für eine gerechtere Welt einzutreten.
Feminismus
Ich identifiziere mich als Feministin, weil ich an die Gleichstellung aller Geschlechter und sexuellen Orientierungen glaube und aktiv gegen Diskriminierung und Stereotype kämpfe. Ich glaube an die Wichtigkeit der Selbstbestimmung und daran, dass jede Person das Recht hat, ihre Identität frei zu leben, weshalb ich mich als Feministin für die Abschaffung diskriminierender Gesetze und Praktiken einsetze. Ebenso ist mir eine inklusive Sprache in allen Bereichen sehr wichtig. Ich selbst bin in einem sehr konservativem Umfeld aufgewachsen, wo binäre Geschlechterrollen zum täglichen Leben gehörten. Ebenso hatte ich erst sehr spät den Mut mich über diese hinwegzusetzen und meinen Leidenschaften und Interessen nachzugehen.
Gesellschaft
Ich bin überzeugt, dass eine Gesellschaft, in der Freiheit ohne Herrschaft und Gleichheit ohne Zwang oder Gewalt koexistieren können. Eine Gesellschaft, die von gegenseitiger Hilfe und kollektiver Selbstverwaltung geprägt ist, in der die Ressourcen und Arbeitsmittel gemeinschaftlich genutzt und verwaltet werden.
Ich vertrete die Auffassung, dass wirtschaftliche Gerechtigkeit und soziale Freiheit von einander abhängigg sind, um echte Gleichheit zu erreichen. Ich bin überzeugt, dass kollektives Eigentum und die dezentrale Organisation von Produktion und Verteilung zu einer nachhaltigen und gerechten Gesellschaft führen.
Ich strebe eine Gesellschaft an, in der Entscheidungen durch direkte Demokratie getroffen werden und jeder Mensch gleichberechtigten Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und lebensnotwendigen Ressourcen und arbeitsmitteln hat, frei von staatlicher oder privatkapitalistischer Kontrolle.