Bauphysik
In meinem Innenarchitekturstudium kam ich das erste mal mit dem Thema Bauphysik in Berührung. Ich wusste sofort, dass ich nach meinem Bachelorabschluss der Innenarchitektur auf jedenfall etwas in diese Richtung machen möchte. Mich Interessierte vor allem der Wärme- und Feuchteschutz, aber auch die damit verbundenen Themen energieeffizientes Bauen und Raumklimafragen.
In meinem Bachelorstudium der Energie- und Gebäudetechnologie und später auch in meinem Masterstudium der Holztechnik beschäftigte ich mich vor allem mit diesen Themen.
Neben dem Studium konnte ich in einem Architekturbüro arbeiten und dort Energieeffiziente Planung zu begleiten, auch mit dem Programm PHPP zur Passivhausprojektierung.
Am Fraunhofer Institut für Bauphysik (Fraunhofer IBP) konnte an der Forschung mitwirken. Dort lernte ich die Programme WUFI und WUFI Plus zur Instationären Simulation von Wärmetransporten.
Projektarbeit
"Analyse der äußeren Einflussfaktoren auf den
Wärmeübergang an Membrankissenkonstruktionen
mittels linearer Regressionsmodelle"
Der Wärmedurchgang bei sehr leichten Konstruktionen wie etwa bei Membrankissen ist sehr stark abhängig vom Wärmeübergang. Der sogenannte Wärmeübergangswiderstand ist jedoch in den gängigen Normen nicht nach klimatischen Gegebenheiten getrennt sondern einheitlich. Die physikalischen Vorgänge am Wärmeübergang sind sehr komplex, deshalb habe ich mit Hilfe von zwei Jahren Messdaten an einer Membrankissenkonstruktion und Wetterdaten, welche den am selben Standort aufgezeichneten wurden, eine statistische Abhängigkeit des Übergangs von verschiedenen klimatische Einflussfaktoren untersucht. In der Projektarbeit habe ich den Einfluss aller aufgezeichneten Wetterdaten mit der Methode der einfachen linearen Regression untersucht.
Masterthesis
"Analyse klimatischer Faktoren auf den Wärmeübergang bei Membrankissen mittels linearer Regression und Entscheidungsbaumverfahren im Vergleich"
In der Masterthesis habe ich die Ergebisse der Projektarbeit mittels einer multiplen Regressionsanlyse zusammengebracht und ein Ergebnis für diesen Versuchsaufbau erhalten. Mit diesem Ergebnis kann man nun mit Hilfe von Wetterdaten eine Außenoberflächentemperatur des Membrankissens simulieren. Das Ergebnis der multiplen Regressionsanalyse hab ich dann mit einer Maschine Learning Methode, dem Entscheidungsbaumverfahren verglichen und ich kam zu ähnlichen Ergebnissen.
Diese Ergebnisse könnten nun an anderen Standorten validiert werden und anschließend in Simulationsprogramme zur instationären Wärmetransportberechnung wie etwa WUFI implementiert werden.
Patent und Entwicklung der tauwasserfreien Kühldecke
Neben der Masterthesis habe ich gemeinsam mit einem Studien- und Arbeitskollegen eine Erfindungsmeldung gemacht - eine effizientarbeitende Flächenklimatisierung ohne Tauwasserproblematik.
Klimaanlagen, welche kalte Luft in einen Raum einbringen haben einen sehr hohen energetischen Aufwand. Viel effizienter hingegen arbeiten Flächenklimatisierungen die mit einem flüssigen Kältemittel aktiviert werden, die sogenannten Kühldecken oder Betonkernaktivierungen. Jedoch steigt durch die kalte Oberfläche an dieser Stelle die relative Luftfeuchte so stark an, dass Tauwasser ausfällt. Deshalb besitzen die meisten Kühldecken einen Feuchtesensor, welcher zur automatischen Abschaltung, um Tauwasserausfall an der kalten Oberfläche das zu vermeiden. Dadurch kann jedoch die Klimaanlage nicht sehr stark runtergekühlt werden und somit nicht sehr effizient arbeiten.
Wir haben eine Kühldecke entwickelt bei der es nicht zum Tauwasserausfall kommt, da die Raumluft nicht direkt an die kalte Oberfläche gelangt. Aus dieser Erfindung haben wir einen Prototypen und ein Patent (DE102015211473A1) entwickelt, welches international gemeldet wurde. Daraus ist die Ausgründung Interpanel GmbH entstanden.